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Pressestimmen

Heft 24/2001 - Mit
vielen Gesundheitstips in jeder Ausgabe
Es geht auch anders:
Alternative Heilmethoden
Neben klassischen
Behandlungsmethoden wie Massage, Fango, Krankengymnastik oder
Elektro-Therapie gibt es eine Vielzahl von alternativen Heilmethoden.
Die Kosten müssen meist selbst getragen werden.
Rolfing: Falsche Haltung, verursacht z. B. durch Umwelt,
Psyche, Beruf, Konstitution, wird mit Hilfe eines Therapeuten
korrigiert, der Körper wieder in Balance gebracht.
Akupunktur: Feine Nadeln stimulieren spezielle Punkte im
Körper, lösen so Energieblockaden (Grund für Schmerzen).
Unter bestimmten Voraussetzungen zahlen Kassen die Behandlung – vorher
fragen.
Feldenkrais: Hier geht es vor allem um die Verbesserung der
Körperwahrnehmung. Unter fachlicher Anleitung (z. B. VHS-Kurs)
können Patienten neue Formen der schmerzfreien Bewegung erlernen.
Osteopathie: Eine Störung in einem Teil des Körpers
kann Probleme in einem anderen auslösen (Nierenprobleme strahlen
z. B. auf die Hüfte). Der Osteopath versucht, den Zusammenhang zu
erkennen.
Mit dem Auto ins
Büro: Relaxed ans Ziel
Acht Uhr, auf dem Weg zur
Arbeit. Klar, Schumi ist von Berufs wegen an seinen Ferrari-Sitz
festgeklebt. Aber hätten Sie gedacht, dass auch 40 Prozent aller
Deutschen (Nicht-Rennfahrer) täglich mehr als anderthalb Stunden
hinterm Steuer sitzen? Gerade für die gilt: Bloß nicht
verkrampfen! „Schildkrötenhaltung" nennt Dr. Müller die
Sitzposition, bei der Sie garantiert unentspannt ans Ziel kommen:
Rundrücken, hochgezogene Schultern, Kopf in den Nacken. „Sorgen
Sie besser dafür, dass Brust- und Lendenwirbelsäule eine
Linie bilden. Überprüfen Sie auf längeren Fahrten Ihre
Haltung und ändern Sie Ihre Position, wenn es irgendwo zwickt."
Beste Maßnahme gegen Verspannungen: Verändern Sie
häufiger die Stellung der Rückenlehne oder den Abstand zum
Lenkrad. Übrigens: Beheizbare Sitze sind nicht nur
Luxus-Accessoires für kleine Frostbeulen. Gerade im Winter
entspannt die Wärme die Muskeln, tut vor allem denjenigen gut, die
oft von Hexenschüssen heimgesucht werden. Günstige
Alternative: Schaffell.
Harte Arbeit: Ein starker
Rücken im Job
8.30 Uhr, der Job beginnt.
Freuen Sie sich jeden Morgen darauf? Prima, denn dann haben Sie gute
Chancen, Ihre Arbeitszeit ohne Rückenschmerzen zu verbringen. Dr.
Müller: „Es gibt einen Zusammenhang zwischen Unzufriedenheit im
Job und Problemen mit dem Rücken. Egal, ob die Menschen
hauptsächlich sitzen oder stehen." Grundsätzlich gilt: Alles,
was Abwechslung in die immer gleiche Haltung bringt, ist gut:
Sitzbälle, Stehpulte, Massageroller für die Füße
etc. Machen Sie öfter einen kleinen „Bin ich gerade
verspannt?"-Selbstcheck. Vielleicht sind Ihre Armlehnen zu hoch, wenn
Sie oft Schmerzen im Nacken haben. Müssen Sie einen krummen
Rücken machen, um gerade auf Ihren Bildschirm zu gucken? Dann mag
der zu niedrig und/oder Ihr Stuhl zu hoch sein. Regelmäßiger
Ausgleichssport ist besonders für Schreibtischtäter wichtig.
Wenn auch der zu kurz kommt, sollten Sie jede Gelegenheit nutzen, sich
zu bewegen (z. B. zur Kollegin gehen, statt zum Telefon zu greifen,
mittags um den Block laufen, statt nur in der Kantine zu sitzen).
Auch für „Steharbeiter"
gilt: Lassen Sie Ihre Muskeln spielen! Stellen Sie sich zwischendurch
auf die Zehenspitzen, verlagern Sie das Gewicht von einer Seite auf die
andere. Falls möglich: Fuß hin und wieder auf einen Schemel
stellen. Anlehnen oder aufstützen bringt zusätzliche
Entlastung.
Kleine Lockerungsübung:
Hände in Bethaltung, Finger verschränken, Arme gerade nach
vorne durchstrecken, Handflächen nach außen drehen, in
gestreckter Haltung die Arme so weit über den Kopf führen,
bis ein leichtes Spannungsgefühl auftritt. Oder: Schrittstellung
im Türrahmen, Hände daran in Schulterhöhe seitlich
abstützen, Gewicht sanft nach vorne verlagern, Rücken und
Kopf dabei gerade halten.
Tüten
schleppen – auf die leichte Schulter!
17.00 Uhr, schnell noch den
Einkauf erledigen. Shoppen belastet oft nicht nur das Konto, sondern
auch den Rücken. Schuld ist meist die einseitige
Gewichtsverteilung. Daher: Einkäufe auf mehrere Tüten
verteilen, in beiden Händen tragen. Schieflage verursacht oft auch
die schwer beladene Handtasche. Einfach öfter mal die Trageseite
wechseln oder zum Rucksack greifen.
Die größte Belastungsprobe muss der Rücken beim Heben
von schweren Gegenständen bestehen. Ob Getränkekisten aus dem
Kofferraum stemmen oder Kartons in den fünften Stock schleppen –
auf keinen Fall ruckartig hochreißen und sich beim Anheben nicht
verdrehen. Tragen Sie stets körpernah, beugen Sie die Knie und
lassen Sie die Beine die Hauptarbeit tun. Dass Tragen nicht nur eine
Last ist, betont Dr. Müller:
„Jede Muskelanspannung ist Training. Vorausgesetzt, Sie verzichten auf
Gewaltakte und laufen lieber mehrfach mit weniger Gewicht." Tipp
für Mütter: Nach der Geburt sind Bänder und Sehnen
besonders empfindlich – oft sind sie erst nach einem Jahr wieder voll
belastbar. Dabei wiegt schon ein Kleinkind zwischen vier und zehn Kilo.
Vermeiden Sie es also, das Baby lange einseitig zu tragen, wechseln Sie
oft zwischen Tragetuch und -gestell etc.
Hausarbeit: Alles eine
Sache der Haltung
18.00 Uhr, Putzen, Kochen,
Bügeln – alles notwendige Übel? Nehmen Sie’s sportlich.
„Für viele alltägliche Bewegungsabläufe im Haushalt
würden Sie eigentlich viel Geld im Fitnessstudio lassen",
erklärt Dr. Müller. Ob Streckübungen beim Fensterputzen
oder Gewichtheben mit nasser Wäsche – der Rücken wird
trainiert, Muskeln werden aufgebaut. Wichtig auch hier: Nicht
verkrampfen oder verdrehen und ruhig auf kleine Helfer
zurückgreifen (z. B. Besen mit Teleskopstange statt gebeugter
Haltung). Ein Berg Bügelwäsche wartet auf Sie? Stellen Sie
sich einen kleinen Hocker unters Bügelbrett, auf den Sie
abwechselnd einen Fuß stellen – macht lange Bügelarien
rückenschonender. Gartenarbeit im Herbst? Unbedingt wärmende
Wäsche tragen (z. B. Angora) und danach sofort heiß baden.
Bewegte Freizeit: Nur kein
Stress!
20.00 Uhr, „Sport geht gar nicht – ich hab’s doch im Kreuz" – ein weit
verbreiteter Irrglaube. „Sicher, wem gerade die Hexe in den Rücken
gefahren ist, sollte erst mal aussetzen und es dann langsam angehen.
Generell gilt: Bewegung ist die beste Medizin für Ihre Muskeln."
Dass Patienten aus Angst vor Rückfällen gar keinen Sport mehr
treiben, erlebt Dr. Müller in seiner Praxis oft. Um wieder in
Bewegung zu kommen, sind Walken, Schwimmen oder Skilanglauf ideal. Alle
drei schonen die Wirbelsäule. In vielen Fitness-Studios werden
spezielle Rückenkurse angeboten. Ein optimaler Mix aus
Muskelaufbau und -dehnung ist wichtig, um wieder zu Hochform
aufzulaufen. „Richtig trainiert kann selbst ein Patient mit
Bandscheibenvorfall sportlich wieder voll aktiv sein", weiß Dr.
Müller.
Viele reagieren sich mit Sport ab, wenn’s privat oder beruflich Zoff
gibt. „An sich eine gute Sache. Aber Sport als einziger Weg zur
Stressbewältigung ist gefährlich", warnt Professor Dr. Monika
Hasenbring. „Wer akut wegen Hexenschuss oder sogar einem
Bandscheibenvorfall außer Gefecht gesetzt ist, dem fehlt das
Ventil. Der nicht abgebaute Stress schlägt sich auf den
Rücken nieder – das löst erneut Schmerzen aus ..." Tipp:
Meditation (siehe z. B. Seite 64),
Yoga, Autogenes Training etc. helfen beim Entspannen – in jeder Phase.
Wer sich zum Relaxen gern vor den Fernseher setzt oder auf dem Sofa
schmökert, muss auch dabei kein schlechtes Gewissen haben.
Hauptsache, Sie verharren nicht stundenlang in einer Position. Wechseln
Sie zwischen Couch, Stuhl, Teppich, legen Sie hin und wieder die Beine
hoch.
Locker angehen sollten Sie auch das Thema Sex: Natürlich ist die
Angst vor einer falschen Bewegung bei Rückenschmerz-Geplagten
groß. Sprechen Sie deshalb mit dem Partner darüber und
probieren Sie Stellungen aus, die die Wirbelsäule entlasten.
Bewährt hat sich bei vielen zum Beispiel die
„Löffelchenstellung" bzw. dass der Partner mit dem
Rückenproblem oben liegt.
Dr. Müller: „Wichtig ist in allen Situationen: Lassen Sie den
Rücken nicht Ihr Leben bestimmen." Wenn’s mal zwickt, keine Panik!
Vielleicht nehmen Sie den Schmerz als Signal, einfach einen Gang
zurückzuschalten.
Birte Kaiser/Sibylle Royal
SOS-Tipps bei
Schmerzattacken
Eine falsche Bewegung,
eine schiefe Drehung, zu schwer gehoben – und der Schmerz schießt
in den Rücken. Jetzt sind lindernde Sofortmaßnahmen gefragt.
Sanft hinlegen: Vom Stehen zum Liegen zu kommen ist bei einer
Schmerzattacke bereits ein großes Problem. Versuchen Sie, sich
zum Beispiel an einem Stuhl festzuhalten, und gehen Sie langsam in die
Knie. Setzen Sie sich auf die Fersen, stützen Sie sich seitlich
mit einem Arm ab und gleiten Sie langsam in die Seitenlage:
Entspannung: Optimal entlastet werden Bandscheiben und
Wirbelsäule, wenn Sie flach auf dem Rücken liegen, die Beine
anwinkeln oder im 90-Grad-Winkel hochlegen (Stufenlagerung). Aber: Jede
Lage, die für Sie bequem ist, ist richtig – Sie können nichts
falsch machen! Atmen Sie ruhig und tief in den Bauch hinein, um die
verkrampfte Muskulatur zu entspannen.
Wärme: Ob elektrische Heizdecke, Wärmflasche, feuchtwarmes
Handtuch, durchblutungsfördernde Salben oder ein heißes Bad
(nur wenn Sie so beweglich sind, dass Sie wieder rauskommen) –
Wärme löst Schmerz und Verkrampfung.
Kälte: Reagieren Ihre Nerven nicht auf Wärme, sollten Sie es
mit einem Kältepack (Apotheke), einem im Gefrierfach
gekühlten Handtuch (direkten Hautkontakt vermeiden) oder einer
Abreibung mit Eiswürfeln versuchen (für ca. 10 Minuten, alle
zwei Stunden wiederholen).
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